Nachdem die OP mittlerweile reichlich 3 Monate zurückliegt wollte ich endlich mal den gesamten Prozess festhalten.
Vorab kann ich aber schonmal verraten, dass Emma die OP gut überstanden hat und mittlerweile mit ihren 14 Jahren sogar deutlich besser und frecher drauf ist als zuvor. :D

Emma hat neben dem entfernten Melanom im Auge schon seit seit einigen Jahren mehrere Mammatumore in beiden Gesäugeleisten. Zwei davon haben wir im Oktober 2011 einzeln (und somit eher kosmetisch) entfernen lassen, weil sie Emma beim Liegen gestört haben.

Im Zuge der Pyometra im Frühjahr 2014 hat uns der damalige TA geraten nacheinander beide Gesäugeleisten entfernen zu lassen, Emma zu kastrieren und sicherheitshalber auch die seit der Enuklation unter Beobachtung stehende Milz zu entfernen. All das haben wir abgelehnt.

In der neuen TA-Gemeinschaftspraxis, in der wir uns nach unserem Wegzug von unserem Lieblings-TA endlich wieder gut betreut und beraten fühlen, haben wir die Mammatumore auch angesprochen. Da einer davon im Zuge der letzten beiden Läufigkeiten deutlich gewachsen ist, war es nun doch endgültig an der Zeit diesen und unmittelbar angrenzende Mammatumore zu entfernen, bevor dieser die Haut durchbricht und/oder Emma nicht mehr narkosefähig ist.
Also hatten wir einen OP-Termin für den 30.12. vereinbart: wir hatten über den Jahreswechsel noch einige Tage frei und Emma ist Silvester aufgrund des nachlassenden Gehörs mittlerweile total egal.

20141218_blutbild-jpg Leider zeigte das im Vorfeld der OP angefertigte Blutbild eine deutliche Trombozytopenie bei gleichzeitiger Anämie (die Emma aber schon seit Jahren hat und uns daher nicht beunruhigt hat).

 

 

Nach einigen weiteren Kontrolluntersuchungen waren alle im Raum stehenden Ursachen ausgeschlossen, so dass schlussendlich die Mammatumore als einzige Ursache in Frage kamen und umso mehr die Mammektomie erforderlich war. (Erfreulicherweise konnten wir durch diese Untersuchungen auch gleich eine neuerliche Pyometra ausschließen. :) )

Am 30.12. wurde dann die OP durchgeführt. Die Narkoseeinleitung verlief in unserem Beisein problemlos. Nach ca. 2h durften wir Emma wieder abholen. Neben der Mammektomie haben wir auch gleich die Zähne kontrollieren und die schlimmsten davon ziehen lassen. Weitere werden demnächst noch folgen. Und das, obwohl wir Emmas Zähne regelmäßig vom TA kontrollieren ließen – aber Entzündungen an den Zahnwurzeln werden vom Zahnfleisch prima verdeckt. :/

Das Aufwachen war wie üblich sehr schwierig für Emma. Große Unruhe, diesmal gepaart mit ordentlich Wundschmerz von der frischen und vor allem großen OP-Wunde haben uns ein paar unruhige Stunden beschwert. Danach konnte Emma aber immerhin ein paar Stündchen ruhen und schlafen, bis sie wieder ganz klar war.

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Am Abend setzte dann erneut große Unruhe ein. Emma wollte sich nicht hinlegen, war aber augenscheinlich hundemüde. Nach Rücksprache mit der TÄ haben wir dann zusätzlich zum Rimadyl noch Novalgin verabreicht und binnen Minuten war Emma sichtlich entspannter und konnte endlich schlafen. Nicht aber ohne den zusammengeschusterten todschicken OP-Body anzuziehen.

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Die nächsten Tage haben wir vor allem auf dem Sofa verbracht, kuschelnd und schlafend. Das Novalgin hat dafür gesorgt, dass Emma trotz der mörderischen Naht mit ca. 40 Klammern einigermaßent entspannt war.

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mammektomie6 Nach und nach konnten wir dann das Novalgin reduzieren und erste kleine Spaziergänge machen. Die Wundheilung verlief planmäßig (und das obwohl wir tatsächlich nur mittels OP-Body und nicht zusätzlich mit Trichter gesichert haben – und das auch nur nachts ;) ).

 

mammektomie7 10 Tage postOP wurden dann die Klammern gezogen und wir machten den ersten Spaziergang für eine rekonvaleszente Räuberwutzels. Leider zeigte Emma dann ein paar Tage später eine allergische Reaktion auf die selbstauflösenden Fäden, so dass wir eine zweite Runde Antibiose + Schmerzmittel einlegen mussten.

 

Danach war es dann aber endgültig ausgestanden. :hurra: Die Trombozytenwerte waren bereits 14 Tage nach der OP wieder im Referenzbereich. Und Emma ist deutlich agiler und räuberwutzeliger als vor der OP. Und das versöhnt mich mit dem Entschluss zur OP, an dem ich in den ersten Tagen danach, als Emma offensichtlich trotz Schmerzmittel immer wieder fiese Schmerzen hatte, gezweifelt habe.

Schlussendlich kann ich aber sagen, dass es definitiv die richtige Entscheidung war! *wräff* :hundeleine:

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Felix Ell, Ute Fiedler gefällt dieser Artikel

One Comment

  1. Posted 30. März 2015 at 22:02 | Permalink

    Wie schön, dass die OP gut überstanden ist und ihr im Nachhinein sagen könnt, dass ihr die richtige Entscheidung getroffen habt.
    Dann kann sie jetzt ja noch gaaaanz viele Jahre bei euch bleiben :)
    Liebe Grüße
    Abby

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