Januar

Wir starten wie immer gemütlich ins Neue Jahr und feiern gebührend den 12. Geburtstag der Räuberwutz. Für das neue Jahr hoffen wir, dass sich neue Wege auftun und all die Sorgen verflüchtigen, die uns seit Oktober 2012 intensiv begleitet und leider auch das Weihnachtsfest überschattet haben. Ich weihe meine Overlock-Maschine ein und beginne einen großen Teil meiner Kleidung selbst zu nähen. Röcke und Kleider wandern im Laufe des Jahres in meinen rasant wachsenden Kleiderschrank. Für mich ist der Januar überaus arbeitsintensiv und endet nach einem Trip quer durch Deutschland mit einer fiesen Erkältung und ein paar Tagen ohne Stimme. Willkommene und dringend gebrauchte (Zwangs-)Pause.

Februar

Auch die erste Hälfte des Februars ist mit reichlich Arbeit für mich bestückt. Darüber hinaus zeichnen sich noch keine klaren Pläne ab, was zu einem eigenartigen Gemisch aus innerer Ruhe und Unruhe führt. Emmas unschöne Diagnose und die große OP sind bereits 12 Monate her und wir freuen uns, 12 Monate post OP eine quietschfidele Räuberwutz zu erleben.

März

Ich feiere meinen 29. Geburtstag. Das Arbeitspensum normalisiert sich etwas. Im Gegensatz zum Wetter: weiterhin anhaltender Winter mit Schnee im Überfluss. Deshalb genießen wir daheim die Zeit zu dritt und kuscheln uns in der Wohnung ein. Zwar sind immer noch keine genauen Pläne greifbar, doch ein Ende der Ruhe und der Zeit in Oberfranken zeichnet sich ab. Ich verbringe einen sehr schönen Tag mit meiner Mama in Dresden und gemeinsam plündern wir den Stoffmarkt um unsere Vorräte aufzufüllen.

April

Der Winter hält sich hartnäckig und beschert uns auch im April noch einmal Neuschnee und lang anhaltenden Frost und Matsch und überhaupt. Mit einem Schlag wird aus bisher vagen Planungsansätzen ein sehr konkreter Plan: Bayern ade, Baden-Württemberg hallo. Die freie Zeit wird von einer mühsamen Wohnungssuche in Anspruch genommen, die erst Mitte Mai, sehr kurz vor der Angst und dem bereits feststehenden Umzugstermin ihr gutes Ende findet. Zudem reist der Mups mehrfach zu ersten beruflichen Terminen ins Dreiländereck. Ende des Monats sind dann endlich erste Frühlingsboten auch in Oberfranken erkennbar und der umzugs- und frühlingsbedingte Tatendrang setzt ein.

Mai

Wir organisieren unseren Umzug und nehmen zahlreiche letzte Termine in Oberfranken wahr. Darunter Emmas Kontrolluntersuchung 15 Monate post OP, die zeigt, dass die Räuberwutz weiterhin fit und ihr Gesundheitszustand stabil und gut ist. Neben einigen beruflichen Terminen bei mir reisen wir für drei Tage nach Lörrach und Umgebung, Wohnungssuche Teil X und offizielle Amtseinführung des Mups. Und damit es nicht langweilig wird, fährt der Mups auch noch für drei Tage nach Bremerhaven. Außerdem treffen wir uns wieder einmal mit Nadine, Clippi und der MOrange zum jährlichen gemeinsamen Cache-Abenteuer. Ich hoffe, dass auch 2014 ein Treffen stattfindet! Ab dem 20. Mai versinken wir im Umzugschaos, das am 24. Mai vorläufig darin gipfelt, das wir unser gesamtes Hab und Gut dem Umzugsunternehmen übergeben. Nach vier Tagen „Obdachlosigkeit“ beziehen wir am 28. Mai unter tatkräftiger Hilfe meiner Mama unsere neue Wohnung im schönen Markgräflerland und freuen uns riesig, als der Umzugscontainer tatsächlich der unsrige ist.

Juni

Mit dem Einzug in die neue Wohnung sollte es eigentlich etwas ruhiger werden. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Die Tage nach unserem Einzug waren wohl in ganz Deutschland von starken Regenfällen geprägt. Und als wir unsere fleißigste Umzugshelferin, meine Mama zum 01. Juni nach Hause entlassen haben, kam diese gerade pünktlich zum Hochwasser an. Aus der Ferne versuchten wir so gut es geht zu helfen und konnten doch nur tatenlos zusehen und die Wasserstände verfolgen. Auch wenn heute ein Großteil der Schäden am Haus beseitigt ist und der Wohnraum mit allem persönlichen Hab und Gut verschont geblieben ist, war es doch ein einschneidendes Erlebnis, vor allem für meine Mama, die sich da alleine und mit der Hilfe guter Freunde durchgekämpft hat. Hut ab!

Der Mups ertrinkt quasi mit Stellenantritt in Arbeit und ist nur noch zum Schlafen daheim. Einen Großteil der Erkundung der neuen Heimat mache ich deshalb allein mit der Räuberwutz. Gemeinsame Zeit ist kostbar und hart erkämpft. Nach dem vielen Regen des Monatsanfangs hält endlich der Sommer Einzug. Das Mups’sche Arbeitspensum und der herrliche Sommer begleiten uns bis weit in den September. Zur Abwechslung der vergangenen Jahre schneide in diesem Jahr ich mir den Fuß bei einem Badeausflug auf und freue mich, dass die Räuberwutz verschont bleibt.

Juli

Bei einem beruflichen Besuch bei meiner Mama bekomme ich die Spuren und Schäden des Hochwassers zu Gesicht. Es ist das Eine, über das Hochwasser und die Situation Fremder schockiert und ehrlich betroffen zu sein. Wenn es die eigene Geburtsstadt und Familie und Freunde betrifft, ist es etwas völlig anderes. Ein zerschlitzter Reifen verhilft uns zu einer sonntäglichen Fahrt mit dem Abschlepper und dem Möp zu einem neuen Satz Autoreifen. Nach der „Verschrottung“ des Zweitwagens wegen wirtschaftlichen Totalschadens wenig erfreulich. Auch ich komme beruflich in der neuen Heimat an. Nach zwei Vorstellungsgesprächen unterzeichne ich meinen kleinen Vertrag und ich ahne, dass die Mischung aus kleiner Festanstellung, Selbstständigkeit und Arbeit an meiner Dissertation ein ordentliches Pensum mit sich bringt. Der Sommer verwöhnt uns und neben weiterhin viel Zeit mit der Räuberwutz allein gibt es auch wunderschöne Auszeiten zu dritt.

August

Auch im August hat uns der Sommer fest im Griff und wir genießen die Sonne und Wärme so oft es geht. Daneben steht der August vor allem im Zeichen von großen und kleinen Jubiläen: wir feiern 18 Monate post OP und 10 Jahre Seite an Seite mit der Räuberwutz, die im Sommer 2003 vom Tierheim Plauen in mein Herz und meine Wohnung gezogen ist.

September

Wir verabschieden uns vom wunderbar ausdauernden Sommer 2013 und begrüßen den Herbst, der in den Weinbergen seinen ganz eigenen Reiz hat. Ein Indian Summer wie aus dem Bilderbuch liegt vor uns. Ich beginne meine Arbeit an der Schule, binde mich nun an den Schuljahrestakt mit seinen Ferien und weine der völlig freien Zeiteinteilung ein kleines Tränchen nach. Daneben bereite ich meinen ersten eigenständigen Vortrag bei einer DGfE-Jahrestagung vor, zu dem ich Ende des Monats nach Braunschweig reise. Dort verbringe ich drei schöne, lustige und erkenntnisreiche Tage mit einer „Kollegin“ und reise am Ende, zufrieden auch mit meinem eigenen Vortrag, wieder ab.

Oktober

Der Oktober beginnt mit rauschenden Festen: wir feiern den 29. Geburtstag vom Mups und eine Hochzeit im Familienkreis. Die Rückfahrt aus unser beider Geburtsstädten endet jäh, 350km von unserem Zuhause entfernt mit einem Motorschaden bei 140km/h auf der linken Spur. Nach über 14h endet diese Odyssee einer Heimfahrt und in den kommenden drei Wochen werden wir ordentlich Geld und Nerven lassen. Außerdem fahren wir verschiedenste Wagen Probe und zumindest ich bin am Ende froh, wieder unser geliebtes Töfftöff unterm Hintern zu haben. Neben viel Arbeit, unzähligen Überstunden in der Schule und dem alleinigen Alltagsmanagement begleitet mich ab der Monatsmitte eine hartnäckige, fiebrige Erkältung, die mich bis weit in den November nervt. Aber dank der weltbesten Krankenpflegewutz ist es auf der Couch sehr gemütlich. Halloween wird uns durch Eierwerfer und einen nächtlichen Fensterputz verschönert.

November

Auch im November bewältige ich ein ordentliches Maß an Arbeit, Überstunden und Rumreiserei. Auf dem Stoffmarkt, diesmal leider ohne meine Mama, gebe ich wie befürchtet ein kleines Vermögen aus und komme meinen Nähplänen kaum hinterher. Die Kontrolluntersuchung 22 Monate post OP bringt weiterhin nichts überaus besorgniserregendes zum Vorschein und dem 13. Geburtstag der Räuberwutz zum Jahreswechsel steht nichts im Weg. Zum Monatsende starte ich eine kleine Serienproduktion an der Nähmaschine und bin am Ende froh, als ich endlich wieder nur für mein ein Kleid nähen kann. Das Winter ist noch in weiter Ferne und wir genießen die Sonne so oft es Gelegenheit dazu gibt. Außerdem haben wir seit langer Zeit mal wieder das GPS in die Hand genommen und tatsächlich unseren 600. Geocache gesucht, gefunden und geloggt.

Dezember

Die staade Zeit wird durch einen familiären Trauerfall und einen unverhofften Heimatbesuch eingeleitet. Weiterhin sind der Mups und ich ordentlich mit Arbeit eingedeckt und die freien Tage werden herbeigesehnt. Trotz aller Hektik genieße ich die Vorweihnachts- und Adventszeit die durch die Augen der Kinder in der Schule nochmal einen ganz anderen Rhythmus bekommt. Die Weihnachtstage verbringen wir mit Familienbesuch von meiner Mama und Oma zuhause, die Tage bis Silvester bei der Mups’schen Familie und weiteren Familienmitgliedern. Wir werden von Fremden virtuellen Freunden sowie unseren Familien reich beschenkt und können das Jahr mit angenehmem Weihnachtstrubel und leider nicht ohne Arbeit ausklingen lassen.

Den heutigen Silvesterabend verbringen wir wie immer gemütlich zu Hause. Die bereits vor Wochen gelaufenen Jahresrückblicke sind abspielbereit, das Fondue vorbereitet, die Getränke kalt und die Spiele bereit gestellt.

Trotz allerlei Turbulenzen und einiger Widrigkeiten war 2013 ein gutes Jahr mit dem vorherrschenden Gefühl der Zufriedenheit. Ich wünsche mir für 2014 zu allererst, dass die Räuberwutz weiterhin so fit durchs Leben wuselt, wir beschwerdefrei 24 Monate post OP und am 01.01.2015 ihren 14. Geburtstag feiern können. Daneben wäre es noch sehr fein, wenn sich das Mups’sche und das meinige Arbeitspensum normalisieren, so dass wir unsere gemeinsame Zeit nicht immer nur schlafend nebeneinander verbringen.

Um es offiziell zu machen, benenne ich auch meine beiden Vorsätze für das Jahr 2014: wieder regelmäßig ein kleines Maß an Sport in meinen Alltag integrieren (leicht!) und bis zum 31.12.2014 die Arbeit an meiner Dissertation beenden (Wahnsinn vor Vernunft!). Der wichtigste Vorsatz ist und bleibt jedoch: glücklich sein, das Leben genießen und aus allem das Beste machen, mit dem Mups und der Räuberwutz Seite an Seite.

Nadine Schuchhardt, Ute Fiedler, Felix Ell gefällt dieser Artikel

Denn auch der kleinste Hund der Welt, macht sein Maul auf wenn er bellt. Also sag, was du zu sagen hast, was dir fehlt, was dir nicht passt! :)