Der Tag:

Wir sind früh nach Leipzig in die Uni-Klinik gefahren, zwecks MRT.

Dort angekommen gab es zunächst mal eine ordentliche Diskussion, weil die (wie erwartet) davon ausgingen, dass wir Emma abgeben und irgendwann später abholen. Wir konnten dann aber ggü. den beiden TÄ deutlich machen, dass dies nicht in unserem Sinn ist und wir im Zweifelsfall auch unverrichteter Dinge wieder fahren. Es zog sich den ganzen Tag das Gefühl durch, dass die Klinik medizinisch sicherlich top ist, aber im Bereich Kommunikation und Management vieles im Argen liegt…

Emma wurde zunächst noch einmal untersucht, es folgte ein weiterer Ultraschall der Augen und dann wurde sie narkotisiert und intubiert. Wir waren bis zu diesem Zeitpunkt bei ihr. Emma benötigte eine unglaubliche Menge des ersten Narkosemittels bis sie intubationsfähig war. Kontrollverlust ist ihr nach wie vor ein Graus.

Kurz vor Ende der abgesprochenen Zeitspanne klingelte unser Handy: das MR habe ergeben, dass eine Enukleation (Entfernung des Auges) dringend erforderlich wäre. Ob wir dem zustimmen und dies direkt durchgeführt werden soll, da Emma einmal schläft. Nach kurzem Zwiegespräch stimmten wir zu. Das wir diesen Fall zweimal telefonisch besprechen wollten und uns zweimal gesagt wurde, es würde keinesfalls direkt operiert bestätigte obiges Gefühl des suboptimalen Managements.

Wir sollten uns auf 16.00 Uhr einstellen. Bereits 14.15 Uhr klingelte erneut das Handy: Emma sei am aufwachen, ob wir kommen könnten. In der Klinik angekommen mussten wir noch kurz warten und hörten bereits in der Zeit ein schlimmes Weinen und Schreien. Jap, das war unsere Wutz.
Wie erwartet kämpfte sie beim aufwachen hysterisch gegen die Restwirkung des Narkosecocktails an und die drei Anästhesistinnen waren aufgeschmissen. Nach 5-10 Minuten unserer Anwesenheit hat sie sich langsam aber sicher beruhigt. Während ich unter der Rotlichtlampe langsam verkochte, schaffte es Emma hin und wieder zu dösen. In den 3 h besprachen wir den Befund, schauten die MR-Bilder an und warteten und warteten und warteten. Gegen 17.30 Uhr, also nach 10 Stunden, konnten wir die Klinik endlich verlassen und die Heimfahrt antreten. Die verlief weitgehend ruhig, Emma schlief dick eingepackt im Beifahrer-Fußraum auf meinen Füßen.

Während der Aufwachphase, noch in der Klinik unter der Rotlichtlampe, Kampf den rosa Elefanten :eek:

 

Das Medizinische:

Ursache ihrer Beschwerden war ein intraokuläres Melanom, das die Lederhaut bereits durchbrochen hatte. Der Turmor selbst war pechschwarz. Diese Turmorart ist beim Hund äußerst selten und meist benigne. Wenn doch maligne, dann stark metastasierend. Der histologische Befund liegt voraussichtlich nächsten Freitag vor. Wir hoffen natürlich inständig, dass es sich um einen benignen Tumor gehandelt hat.

Insgesamt war Emma ca. 3h narkotisiert. Die Narkose selbst hat sie bis auf die Schwierigkeiten beim Aufwachen sehr gut weggesteckt. Bereits am Abend hat sie eine kleine Mahlzeit zu sich genommen, weil lautstark eingefordert, und gut vertragen.

Die Naht und die umliegende Haut sehen gut aus. Es ist nur mäßig geschwollen, aber natürlich dunkelrot-lila-blau. Die Wutz schaut aus wie nach einem Boxkampf.

Emma geht es in Anbetracht des Eingriffs verdammt gut. Sie muss derzeit keinen Trichter tragen, schläft viel, ist aber dennoch ausgelassen und fröhlich durch den Schnee gewuselt vorhin. Sie hat keine offensichtlichen, großen Schmerzen und auch sonst ist ihre größte Einschränkung die juckende rasierte Stelle am Hinterlauf.

Im Rückblick wissen wir, dass es deutlich früher als November angefangen hat.
Bereits vor längerer Zeit (ich mutmaße 2010, weiß es aber nicht genau) ist mir ein dunkler Fleck in dem betroffenen Auge aufgefallen. Nach Betrachtung einiger Bilder bin ich mir sicher, dass da bereits der Tumor zu sehen war. Auch der schleichende Verlust der Sehfähigkeit des Auges ist uns bereits früher aufgefallen, wurde von uns jedoch als zunehmende Schusseligkeit interpretiert. Wir hoffen, dass diese lange Wachstumsphase ein Hinweis auf einen benignen Tumor ist. Optimismus ist deutlich besser für die Nerven. ;)

 


3 Trackbacks

  1. By Dog on Tour » 18 Monate post OP on 8. August 2013 at 11:01

    […] Heute vor 18 Monaten war Emmas OP an der VetUni Leipzig. […]

  2. By Dog on Tour » 1 Jahr post OP on 8. Februar 2013 at 12:07

    […] genau einem Jahr gilt bei uns das Motto “mit dem Zweiten sieht man besser” und aus der Räuberwutz ist eine Piraten-Räuberwutz […]

  3. […] Donnertag stand für Emma die zweite große Kontrolluntersuchung nach der OP im Februar […]

Denn auch der kleinste Hund der Welt, macht sein Maul auf wenn er bellt. Also sag, was du zu sagen hast, was dir fehlt, was dir nicht passt! :)